Förderlinie für Wissenschafts- und Datenjournalismus – Launch Grants
Die Bewerbungsphase beginnt am 10. März und schließt am 23. März 2025.
Wen wir fördern
Eine Medienorganisation bzw. ihr Projekt ist förderfähig, sofern alle nachstehenden Anforderungen erfüllt werden:
- Die Organisation hat ihren registrierten Hauptsitz entweder in Deutschland, Österreich oder der Schweiz.
- Die gesamte Organisation zählt nicht mehr als 30 Vollzeitäquivalente (VZÄ).
- Die Organisation muss gemeinwohlorientiert sein. Das bedeutet, dass die Umsätze ihrer Arbeit überwiegend mit der Absicht erwirtschaftet werden, den Journalismus in seiner gesellschaftlichen Aufgabe zur Förderung der Volksbildung und der Demokratie zu stärken.
- Sie arbeitet auf Grundlage anerkannter journalistisch-redaktioneller Standards, und verpflichtet sich den Grundsätzen ihres landesspezifischen Presserats. Falls zutreffend, verfügt sie außerdem über etablierte Richtlinien für Medienkooperationen mit wissenschaftlichen Einrichtungen.
- Bei dem zu lancierenden Vorhaben handelt es sich um ein für die Organisation noch am Markt unerprobtes und damit neues Angebot, Format, Vertriebsweg oder Erlösquelle im publizistisch-journalistischen Bereich mit Fokus auf Wissenschafts- oder Datenjournalismus.
- Die wissenschafts- oder datenjournalistische Qualifikation des vorgesehenen Mitglieds in der Projektleitung und eine bereits erfolgte Zusammenarbeit (z.B. auf Honorarbasis) kann nachgewiesen werden.
Der Media Forward Fund kann derzeit keine Förderungen vergeben für:
- Schulen, Hochschulen, öffentliche Forschungseinrichtungen
- öffentlich-rechtliche Medien
- Interessensverbände
- Einzelunternehmen oder Einzelpersonen, die nicht Teil einer Organisation sind
- Service- und Technologieanbieter
- Plattformen, die mehrheitlich journalistische Inhalte Dritter kuratieren
- PR- oder Nachrichtenagenturen
- Produktionsfirmen
- Organisationen, die sich noch in Gründung befinden
Info-Event
Wir veranstalten am 5. März 2025 ein Info-Event gemeinsam mit der WPK, um euch die Eignungs- und Auswahlkriterien sowie den Bewerbungsprozess für die neue Förderlinie Wissenschafts - und Datenjournalismus vorzustellen. Fragen können vorab mit der Anmeldung eingereicht oder live beim Event gestellt werden.
Wie wir fördern
Mit unserer Projektfinanzierung unterstützen wir Medienorganisationen bei der Markteinführung eines für sie am Markt noch unerprobten und damit neuen Angebots, Formats, Vertriebswegs oder Erlösquelle. Dabei schließen sie eine Lücke im Wissenschafts- oder Datenjournalismus und nutzen idealerweise Herangehensweisen, die sich von bestehenden Ansätzen im DACH-Raum und/oder in ihrem eigenen Markt unterscheiden. Besonderer Fokus liegt dabei auf der partizipativen oder interaktiven Einbindung und/oder Erreichung von Zielgruppen, die bisher von Medien vernachlässigt werden.
Der Entwicklungsstand des zu lancierenden Vorhabens muss zum Zeitpunkt der Bewerbung hinreichend genug sein, damit ein erfolgreicher Launch und die Etablierung eines ersten Product-/Market-Fits während der Förderphase erzielt werden können – als wichtiger Entwicklungsschritt auf dem Weg zur Validierung oder Schärfung des jeweiligen Geschäftsmodells. Das bedeutet also, dass erste Umsätze mit eurem lancierten Vorhaben erzielt werden.
In der Förderlinie für Wissenschafts- und Datenjournalismus fördern wir regionale/lokale und nationale/überregionale Medien:
Projektförderung
für kleine Non-Profit-Medien-organisationen
Für kleine gemeinnützige Medienorganisationen vergibt der Fund Projektförderung von in der Regel bis zu 75.000 Euro für ein Jahr.
Projektfinanzierung
für kleine For-Profit-Medienorganisationen
Für kleine gemeinwohlorientierte For-Profit-Medienorganisationen stellt der Fund in der Regel bis zu 75.000 Euro für ein Jahr bereit. *
* Im Fall von For-Profit- Organisationen handelt es sich bei den Summen um Bruttoangaben.
Kleine Medien haben bis zu 30 Vollzeitäquivalente (VZÄ) in der gesamten Organisation.
Zusätzlich zu unserem finanziellen Beitrag stellt der Media Forward Fund unseren Förderpartner*innen auch ergänzende Formen der Unterstützung bereit, wie z.B. „Capacity Building“, individuelles Coaching und Fachworkshops. Unser Kooperationspartner, die deutsche Wissenschaftspressekonferenz (WPK), übernimmt die wissenschaftsjournalistische Begleitung. Die tatsächlichen Bedarfe eruieren wir dabei gemeinsam im Dialog.
Der Media Forward Fund kann keine Förderungen vergeben für:
- Kongress- oder Netzwerkanlässe, Events
- Studien, Begleitforschung, einzelne Recherchevorhaben
- Stipendien
- (Pilotierung) technischer Lösungen oder eines Services für Medienschaffende oder Medienhäuser (Infrastruktur)
- Nachfinanzierung eines bereits laufenden Projekts
Übersicht Launch Grants Wissenschafts- und Datenjournalismus
Non-Profit | For-Profit* | ||
kleine Organisation | Projektförderung | 75.000,- € | Projektfinanzierung |
max. Förderdauer | 12 Monate | ||
Co-Finanzierung | / | ||
Ausschreibungszeitraum | einmalig |
* Im Fall von For-Profit-Organisationen handelt es sich bei den Summen um Bruttoangaben.
Übersicht förderfähige Kosten
Personalkosten Gehaltskosten, die weder unmittelbar noch regelmäßig ausbezahlt werden, wie z. B. Sonderzahlungen, Sachleistungen, Prämien und andere Leistungen sowie Abfertigungen sind nicht förderfähig | Angestellte (Voll- und Teilzeit) |
Büro- und Verwaltungsausgaben | / |
Reise- und Unterbringungskosten Reisekosten richten sich nach dem Bundesreisekostengesetz und der Übersicht zu Übernachtungspauschalen 2023/2024 im Ausland des Bundesfinanzministeriums | max. 10% der beantragten Fördersumme
|
Dienstleistungen Honorare für freie Dienstnehmer*innen, Beratung, Werkleistungen |
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Kosten im Zusammenhang mit eigenen Veranstaltungen oder Sitzungen (außer DL, s.o.) |
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Aus- und Weiterbildung |
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Kosten für die Anschaffung technischer Anlagen und Maschinen, insbes. aktivierbare Investitionen in materielle Anlagewerte | / |
Zeitplan
Phase Auswahlprozess | vorläufiger Zeitraum (Anpassungen sind möglich) |
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Info-Event (online) | 05. März 2025: 12:30-14:00 Uhr |
Kurzintro | 10. März bis 23. März 2025 |
Beurteilung der Förderfähigkeit und Entscheidung über Einladung zu Erstgespräch | |
Erstgespräch | fortlaufend bis 02. April 2025 |
Beurteilung der Förderfähigkeit und Entscheidung über Einladung zu Antragserstellung | |
Erstellung Förderantrag (innerhalb von max. drei Wochen) | fortlaufend bis 11. Mai 2025 |
Förderentscheidung | KW 29/ 2025 |
Häufig gestellte Fragen
Auf unserer FAQ-Seite finden sich Antworten auf häufig gestellte Fragen zu dieser Förderlinie.
Wonach wir auswählen
Im Auswahlprozess stehen drei Bereiche im Vordergrund: eure journalistische Arbeit, eure Organisation und das zu lancierende Vorhaben. Ausschlaggebend für die Beurteilung sind hierbei die folgenden fünf übergeordneten Auswahlkriterien:
Transformation
- Wir unterstützen gemeinwohlorientierte Medien und Projekte, welche die Rolle der Medien in unserer Gesellschaft nachhaltig stärken und einen transformativen Mehrwert im Bereich des Wissenschafts- und Datenjournalismus schaffen können. Dabei setzen sie auf Herangehensweisen, die sich von bestehenden Ansätzen im DACH-Raum und/oder in ihrem eigenen Markt abheben.
- Wir glauben, dass die Nachhaltigkeit des Journalismus insbesondere von veränderten Arbeitsabläufen in den Redaktionen, der Interaktion mit Nutzer*innen und dem Mut zu neuen Geschäftsmodellen abhängt
Wir prüfen deshalb unter anderem das Transformationspotenzial der Förderung für die Organisation nach innen durch die erfolgreiche Markteinführung eines neuen Angebots, Formats, Vertriebswegs oder Erlösquelle und nach außen, indem dabei neue Herangehensweisen ausprobiert werden. In diesem Kontext interessiert uns, ob das zu lancierende Vorhaben Potenzial hat, auch nach der Förderphase im Markt fortzubestehen und zu wachsen, ob das Verhältnis von Kosten und erwartbarer Wirkung im Förderantrag stimmig ist, und ob das Vorhaben Teil einer langfristigen Strategie ist.
Nutzerzentrierung
- Wir unterstützen wissenschafts- und datenjournalistische Projekte, die für (lokale) Gemeinschaften aufklärend, vermittelnd und kritisch über die Auswirkungen wissenschaftlicher Aktivitäten berichten oder durch überzeugende Analysen sowie Visualisierung von Daten Vertrauen in einer vernetzten Gesellschaft fördern, die Teilhabe an (politischen) Entscheidungen ermöglichen und die für eine pluralistische Gesellschaft sowie für die liberale Demokratie eintreten.
- Medien, die den Informationsbedarf der Allgemeinheit oder einer spezifischen Nutzergruppe decken wollen, müssen vertrauenswürdig sein.
Wir prüfen deshalb unter anderem den nutzerzentrierten Arbeitsfokus und die Bedarfsanalyse in der Zielgruppe.
Vielfalt
- Wir fördern insbesondere Projekte, die „underserved communities“ partizipativ einbinden und/oder für sie berichten, damit der Journalismus in Zukunft allen gesellschaftlichen Gruppen besser dient – insbesondere jenen, die in der Vergangenheit in den Medien vernachlässigt wurden.
Wir prüfen deshalb unter anderem die Adressierung einer Lücke im Wissenschafts- oder Datenjournalismus, den partizipativen und inklusiven Charakter der Berichterstattung insbesondere für „underserved communities“ und die Repräsentation dieser Zielgruppen in den eigenen Reihen der antragsstellenden Organisationen.
Unabhängigkeit
- Wir fördern Medien, damit diese auch in Krisen kritisch und unabhängig berichten –
auch unabhängig von uns: Wir mischen uns niemals in die Berichterstattung der geförderten Medien und Projekte ein. Die Pressefreiheit ist einer der Grundpfeiler der liberalen Demokratie.
Wir prüfen deshalb unter anderem die (nachweisbar vorgesehene) strukturelle und personelle Trennung zwischen redaktionell-inhaltlichen und kommerziellen Bereichen, die inhaltliche Unabhängigkeit im Kontext von Medienkooperationen mit wissenschaftlichen Einrichtungen und von Anzeigeaufträgen sowie eine strategisch ausgerichtete Arbeitsweise auf organisatorischer und wirtschaftlicher Ebene.
Qualität
- Wir finanzieren wissenschafts- und datenjournalistische Projekte von Medien, die ihre Arbeit entlang der allgemeingültigen journalistisch-redaktionellen Anforderungen an die jeweilige Sparte ausrichten. Im Mittelpunkt des Qualitätsjournalismus stehen zudem Wahrhaftigkeit, Sorgfalt, Sachlichkeit, Transparenz und Unabhängigkeit.
Wir prüfen deshalb unter anderem die Selbstverpflichtung zur Arbeit nach den Grundsätzen des länderspezifischen Presserats, festgeschriebene redaktionelle Standards und institutionalisierte Mechanismen, um diese zu überwachen, die Qualität der eingereichten Referenzpublikationen und die wissenschafts- oder datenjournalistische Kompetenz des vorgesehenen Mitglieds in der Projektleitung.
Zusätzlicher Hinweis:
Die Förderwürdigkeit wird zudem von den folgenden zusätzlichen Kriterien bedingt:
Durchschnittlicher Anteil eigener Werke pro Tag an all den Werken der Gesamtorganisation (ohne Agenturmeldungen und ohne überwiegend KI-generierte Inhalte) liegt über 70 %.
Auswahlprozess
1. Kurzintro
Über ein Online-Formular bestätigt ihr, unsere Grundanforderungen der Förderwürdigkeit zu erfüllen und stellt eure Organisation sowie euer Vorhaben prägnant vor.
Achtet bitte darauf, dass der Link zur Kurzintro aus technischen Gründen nur einmal genutzt und eure Antworten auf die Fragen nicht zwischengespeichert werden können. Es erfolgt keine automatische Eingangsbestätigung.
2. Erstgespräch
Sofern ihr förderwürdig seid und euer Vorhaben zu unseren Förderzielen passt, möchten wir euch gern bei einem maximal 30-minütigen Telefon-/Videogespräch näher kennenlernen. Für das Gespräch sollte kein zusätzlicher Vorbereitungsaufwand anfallen.
Vorschau Leitfragen Erstgespräch
3. Förderantrag
Wenn ihr uns im Erstgespräch hinsichtlich unserer fünf übergeordneten Auswahlkriterien überzeugt, erhaltet ihr von uns eine Einladung zur Antragserarbeitung. Hierfür habt ihr maximal drei Wochen Zeit.
Eurem Antrag sind außerdem folgende Anlagen beizufügen:
- Launchplanung auf Grundlage von Meilensteinen
- Kosten- und Finanzierungsplan
- CV des vorgesehenen wissenschafts- oder datenjournalistischen Mitglieds in der Projektleitung
- Betriebsbudgetplan für das laufende Jahr
- aktueller oder vorläufiger Jahresabschluss des letzten Geschäftsjahres
- Vereins- oder Handelsregisterauszug (inkl. Gesellschafterliste)
- ausgefülltes und unterzeichnetes Formular zur Prüfung des Non-Profit-Status (nur bei gemeinnützigen Organisationen aus Österreich und Schweiz)
- Prototyp-Entwurf (optional)
- für das Vorhaben relevanter letzter Jahresbericht (optional)
- Redaktionsstatuten (optional)
- Strategie- oder Businessplan (optional)
- Evaluationsbericht(e) (optional)
Vorschau Kosten- und Finanzierungsplan
Nach umfassender Prüfung eures Antrags setzen wir den Auswahlprozess mit den aussichtsreichsten Vorhaben fort, indem wir den Due Diligence-Prozess zu eurer Organisation vertiefen.
Auf Grundlage der eingereichten Antragsunterlagen entscheidet eine Jury aus mehreren Fach- sowie wissenschafts- und datenjournalistischen Expert*innen abschließend über die Vergabe der Förderungen.
Guideline Bewerbung
In unserer Guideline zur Bewerbung findet ihr neben einer Checkliste zu unseren Anforderungen für eure Förderfähigkeit die wichtigsten Infos zur Kurzintro, dem Antrag und der Due-Diligence-Prüfung zusammengefasst.
Kontakt & Feedback
Als noch sehr junge Organisation verstehen wir uns als Team, das mit und von seinen Bewerbenden und Förderpartner*innen lernt. Wenn ihr also Feedback zu unserer Website, unserem Bewerbungs- und Auswahlprozess oder der Zusammenarbeit mit uns habt, schreibt uns gern hier anonym oder meldet euch unter funding@mediaforwardfund.org.