Über den Media Forward Fund
Der Media Forward Fund soll zu mehr unabhängigen Qualitätsmedien mit tragfähigen Geschäftsmodellen führen, die starke, vertrauenswürdige Inhalte publizieren und sich langfristig nachhaltig finanzieren.
Mit dem Fund sollen der Journalismus und damit die Demokratie gestärkt werden. Besonderes Augenmerk soll auf Zielgruppen gelegt werden, die bisher wenig Zugang zu Journalismus haben.
Die Medien stecken in einer Transformationskrise.
Der Zugang zu verlässlichen Informationen und seriöser Einordnung gehört zu den Grundlagen des Zusammenlebens in einer Demokratie. Doch diese Funktion des unabhängigen Journalismus gerät durch die akute Transformationskrise der Medien unter Druck. Laufend werden weitere Sparrunden angekündigt und Redaktionen werden weiter ausgedünnt.
Doch sparen allein ist keine Strategie. Vielmehr braucht es Ideen für neue Geschäftsmodelle, mit denen sich der Journalismus finanzieren lässt. Es braucht risikoaffine Medienmacher*innen, die innerhalb von etablierten Medienhäusern oder in Gründungen den Mut haben, zu experimentieren. Und es braucht das nötige Kapital, um vom ersten Proof-of-Concept ins Wachstum zu kommen. Dieses Kapital möchte der Media Forward Fund als philanthropische Förderung zur Verfügung stellen.
Wie wir fördern
Wir stellen in der Regel bis zu 400.000 Euro an Fördermitteln pro gemeinwohlorientierter Organisation für zwei Jahre zur Verfügung. Höhere Beträge sind möglich. Dabei gibt es zwei Arten von Förderung:
Organisationsförderung
für kleinere Medien
Kleinere Medien bis 30 angestellte Vollzeitäquivalente (VZÄs) in der Gesamtorganisation haben die Wahl zwischen Organisationsförderung (»core funding«) oder Projektförderung. Somit können sie selbst entscheiden, wie die Fördermittel am besten eingesetzt sind.
Projektförderung
für kleinere und größere Medienhäuser
Größere Häuser sind förderberechtigt, sofern sie gemeinwohlorientiert sind (»kein Shareholder-Journalismus«) und die Projekte im Verhältnis 50:50 co-finanzieren.
Zusätzlich unterstützt der Media Forward Fund die Förderpartner*innen mit Capacity Building (»Förderung PLUS«) und vernetzt sie in einer Community von gleichgesinnten Medienmacher*innen in Deutschland, Österreich und Schweiz, damit alle voneinander lernen können.
Wann wird gefördert?
Der Fund steht für Projekte ab »nach der Ideenphase« offen. Für Projekte, die erst im Ideenstadium sind, ist der Fund Wegweiser zu anderen, bereits vorhandenen Initiativen, wie etwa dem Grow-Stipendium von Netzwerk Recherche, dem Media Lab Bayern oder der Wiener Medieninitiative.
Sobald ein Businessplan und im Bestfall auch schon ein erster Test des Product/Market-Fits vorhanden sind, steht der Fund offen.
Der Fund arbeitet mit Impact Investoren wie Karma Capital zusammen, die Förderpartner begleiten und in diese investieren können.
Was fördert der Fund?
- Lücken in der überregionalen Berichterstattung und in thematischen Nischen
- Lücken in der regionalen/lokalen Berichterstattung (Nachrichtenwüsten)
mit besonderer Berücksichtigung von Projekten/Organisationen, die für Communities berichten, die »underserved« sind - in der nächsten Ausbaustufe: branchenübergreifende Lösungen, technische Angebote und journalistische Plattformen, die nicht selbst publizieren. Zunächst übernimmt der Fund hier eine Wegweiser-Funktion zu bestehenden Fördermöglichkeiten.
Unser Team
Martin Kotynek
Gründungsgeschäftsführer
Martin ist Journalist und Gründungsgeschäftsführer des Media Forward Fund. Zuvor war Martin Chefredakteur der Tageszeitung „Der Standard“ in Wien, Stellv. Chefredakteur von „Zeit Online“ in Berlin, Investigativ-Redakteur bei der „Zeit“ sowie politischer Redakteur bei der „Süddeutschen Zeitung“ in München. Als Knight Journalism Fellow hat Martin an der Stanford University zu Innovation, Leadership und Entrepreneurship im Journalismus gearbeitet. Martin ist studierter Neurobiologe und gebürtiger Wiener. Foto: Peter Rigaud
Anne M. Jacob
Leitung Förderungen
Anne hat die Grantee Journey des Fund konzipiert und begleitet Förderpartner*innen im Bewerbungsprozess und der Förderphase. Davor hat sie mehr als vier Jahre lang bei Wider Sense als Senior Consultant Stiftungen und Unternehmen beraten sowie die Stiftungsinitiative #VertrauenMachtWirkung geleitet. Foto: Constanze Wenig
Hanna Seifert
Grants & Office Managerin
Beim Media Forward Fund ist Hanna für die administrative Seite des Förderprozesses verantwortlich und hat die organisatorischen Abläufe im Fund im Blick. Sie war zuvor Teil des Aufbauteams der iac Berlin gGmbH und bringt zudem mehrjährige Erfahrung im Fördermanagement in das Team ein. Foto: Jan Zappner
Katharina Binder
Head of Partnerships
Katharina entwickelt Partnerschaften und betreut potenzielle Förderer des Funds. Sie bringt langjährige Erfahrung aus der Arbeit bei überregionalen (Stv. Anzeigenleiterin von DIE ZEIT) und regionalen Titeln mit. Sie war zuletzt Chief Product Officer der SV Gruppe (u.a. Schwäbische Zeitung). Katharina hat Medienmanagement an der Hamburg Media School studiert und ist gebürtige Ravensburgerin. Foto: privat
Olga Baranova
Repräsentantin Romandie
Olga ist frühere Gemeinderätin der Stadt Genf (2011-2018). Sie leitete zwei nationale Abstimmungskampagnen, darunter das Maßnahmenpaket zugunsten der Medien (2022). Seit 2021 ist sie Generalsekretärin des Vereins CH++, parallel dazu engagiert sie sich als Vorstandsmitglied des Schweizer Medienverbandes VMZ, als Stiftungsrätin von WePublish und der SRG Genf. Olga lebt in Genf und ist unsere Ansprechpartnerin in der französischsprachigen Westschweiz.